Wellness in gesunder Umgebung

Ob morgens unter der Dusche oder abends in der Wanne: Im Badezimmer entspannen wir uns und tanken Kraft für den Tag. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere kleine Auszeit vom Alltag in einer gesunden Umgebung nehmen können, die Körper und Geist gleichermaßen guttut. Um die eigene Wellnessoase wohngesund zu gestalten oder zu renovieren, müssen wir auf die richtige Auswahl der Materialien achten.

 

1. Klimadecke, Fußbodenheizung: Das optimale Raumklima im Bad

Ein gutes Raumklima ist für unser Wohlbefinden unerlässlich. Zu feuchte oder trockene Luft kann gesundheitliche Probleme auslösen, beispielsweise Kopfschmerzen, Reizungen der Nebenhöhlen oder Atemprobleme. Experten empfehlen deshalb in Wohnräumen eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Um ein optimales Raumklima zu erreichen, muss ausreichend gelüftet und richtig geheizt werden. Leider bringen klassische Heizkörper einige Schwächen mit. Denn Konvektionsheizungen trockenen im Winter die Luft im Raum stark aus. Da sie die Raumluft erwärmen, die daraufhin als warme Luft zur Decke und schließlich als kalte wieder zurück auf den Boden strömt, wird außerdem kontinuierlich Staub aufgewirbelt, der vor allem für Allergiker problematisch ist.

Eine wohngesunde Alternative sind Flächenheizungen, beispielsweise Klimadecken und Fußbodenheizungen. Diese erwärmen mittels Infrarotstrahlung alle Körper und Gegenstände im Raum gleichermaßen. Durch die konstante Temperatur im Raum wird weniger Staub aufgewirbelt. Zeitgleich erwärmt die Strahlungsheizung den menschlichen Körper von innen heraus, die Luft wird hingegen nicht aufgeheizt und trocknet nicht aus. Durch den geringen Temperaturunterschied im Raum geben wir bei einer Flächenheizung weniger Körperwärme an unsere Umgebung ab. In Folge müssen wir weniger heizen und verbrauchen weniger Energie.

 

2. Estrich: Gesunder Bodenaufbau

Estrich gleicht Unebenheiten des Fußbodens aus und schafft einen glatten Untergrund, auf dem der eigentliche Bodenbelag verlegt wird. Für eine bessere Verarbeitung werden allerdings vielen Estrich-Arten Chemikalien beigesetzt, beispielsweise Fließmittel, Verzögerer oder Dichtmittel. Da Estrich vergleichsweise langsam trocknet, werden ihm außerdem Zusatzmittel beigemischt, die eine frühere Belegreife herbeiführen sollen. Diese Zusätze geben häufig Schadstoffe an die Raumluft ab. Besondere Vorsicht ist bei Sichtestrichböden geboten. Denn die diversen Beschichtungen und Versiegelungsmittel, beispielsweise aus Kunstharz, gasen oft gesundheitsschädigende Stoffe aus. Wer einen neuen Estrich verlegt, sollte deshalb unbedingt zu wohngesunden Produkten ohne gefährliche Zusatzsubstanzen greifen.

 

 

3. Schadstofffreie Wände

Eine freundliche Wandfarbe hebt die Stimmung und trägt zu unserem häuslichen Wohlbefinden bei. Dauerhaft gesund und glücklich bleiben wir aber nur, wenn die eigenen vier Wände keine gesundheitsgefährdenden Stoffe an die Innenraumluft abgeben und uns damit krankmachen. In vielen Farben und Putzen sind Zusätze wie Binde- oder Lösungsmittel enthalten, dessen flüchtige organische Verbindungen (VOC) Emissionen ausdünsten. Eine bewusste Materialauswahl bei der Wandgestaltung ist deshalb Voraussetzung für ein wohngesundes Umfeld. Besonderes beim Kauf von imprägnierten Gipsplatten, Spachtelmasse, Anschlusssteifen, Farben und Putzen sollten gesundheitsbewusste Käufer auf emissionsfreie Produkte achten.

 

 

4. Schimmel vermeiden: Die richtige Belüftung

In Badezimmern geht es nass zu: Deshalb ist die Gefahr besonders groß, dass sich Feuchtigkeit in der Bausubstanz niederschlägt. Ohne eine gut funktionierende Belüftung kondensiert der Wasserdampf an den kühlen Stellen im Raum – und schafft die Voraussetzung für die Bildung von Schimmelpilzen.

Die feuchte Luft, die beim Duschen und Baden entsteht, muss deshalb schnellstmöglich nach außen geleitet werden. Das kann durch intensives Lüften oder eine automatische Belüftungsanlage geschehen. Bei innenliegenden Bädern ist eine feuchtegesteuerte Lüftungsanlage ideal, die bei einem festgelegten Feuchtigkeitswert automatisch anspringt und für frische Luft sorgt.

 

5. Wohngesund fliesen

Einmal ungeschickt aufgetreten und schon ist es geschehen: Etwa 250.000 Bundesbürger verletzen sich jährlich im Badezimmer. Dabei gehört das Ausrutschen auf glatten, feuchten Fliesen zu den häufigsten Unfällen. Besonders ältere Menschen sollten deshalb auf trittsichere Oberflächen setzen.

Die Rutschfestigkeit von Fliesen ist in verschiedenen Klassen von R9 bis R13 geregelt. Fliesen der Klasse R9 bis R10 bieten eine geringe bis durchschnittliche Rutschfestigkeit, mehr Sicherheit bieten Fliesen ab der Klasse R 11. In privaten Haushalten werden meist die Sicherheitsklassen R9 bis R11 verlegt. Für Badezimmerböden sollten unbedingt Fliesen verwendet werden, die über die zusätzliche Kennzeichnung für Barfuß-Nassbereiche A, B oder C verfügen.

Da Fliesen generell schadstofffrei sind, können auch Gesundheitsbewusste aus dem gesamten Fliesensortiment ihr Wunschdesign wählen. Wer sich ein wohngesundes Bad wünscht, sollte aber bei der Auswahl der Ausgleichsmasse und Grundierung unbedingt auf emissionsarme Produkte zurückgreifen.

 

 

6. Ohne Nickel und Blei: Wasserleitungen und Armaturen

Wer ein altes Bad saniert, sollte unbedingt die Wasserleitungen genau unter die Lupe nehmen. Denn der Einsatz von Bleirohren ist erst seit 1973 in Deutschland verboten. Im Süden Deutschlands sind bleihaltige Rohre zwar seit 1878 verboten, im Rest von Deutschland stecken jedoch in einigen Häusern noch gefährliche Altlasten. Alte Bleirohre sollten unbedingt ausgetauscht werden, da der chronische Konsum von Blei schwere gesundheitliche Schäden anrichtet. Auch die Armaturen dürfen weder Nickel noch Blei enthalten.

 

7. Bewusste Möbelauswahl

Mit gesundem Bauen ist es nicht getan. Denn wer gesund wohnen will, muss auch bei der Auswahl von Möbeln auf Schadstofffreiheit achten. Eine Orientierungshilfe dabei geben Gütesiegel wie das RAL-Kennzeichen „Goldenes M“ oder der Blaue Engel.

 

 

 

  • Fenster:
    Schaum, Dichtbänder



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Unsere Datenbank führt tausende hochwertige und ausschließlich emissionsarme Bauprodukte. Sie wurden durch strenge und objektive Kontrollfaktoren nachweislich als emissionsarm gekennzeichnet, die über die Kriterien des AgBB-Schemas (Ausschuss für die gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten) für Schadstoffe und Verbindungen hinausgehen. Die Geschäftsstelle des AgBB ist im Umweltbundesamt angesiedelt.

Nur Produkte, die diese sorgfältige und ganzheitliche Überprüfung erfolgreich abgeschlossen haben, sind zum Tragen des BayWa BauGesund-Siegels berechtigt. Dadurch können Sie guten Gewissens immer auf unser BayWa BauGesund-Siegel vertrauen und behalten stets die Übersicht. Denn es gibt zwar dutzende Zertifikate – doch nur das BauGesund-Siegel fasst alle relevanten Aspekte für gesundes Wohnen, Arbeiten und Leben zusammen.
 

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