Hausbesitzer, die sich mehr Wohnraum wünschen, denken häufig über einen Ausbau des Dachbodens nach. Damit Sie unter dem Dach auch gesund leben, sollten Sie beim Umbau auf den Einsatz der richtigen Materialien und Baustoffe achten. Wir zeigen, wie der Dachausbau wohngesund gelingt.

Wer unter dem Dach wohnen und schlafen will, sollte für eine gute und wohngesunde Dämmung sorgen. Ist das Dach bereits gedämmt, sollten Sie das verwendete Dämmmaterial auf gesundheitliche Gefahren überprüfen. Denn erst im Juni 2000 wurde der Einsatz von Mineralfasern die mit gesundheitsgefährdenden Binde- und Schmälzmitteln behandelt wurden, gesetzlich verboten.

 

1. Alte Dämmstoffe fachgerecht entfernen

Ist die alte Dämmung schadstoffbelastet oder genügt sie den Anforderungen an die Energieeffizienz nicht mehr, sollten Sie das Material austauschen. Achten Sie dabei unbedingt auf eine gute Schutzkleidung. Beim Abriss alter Dämmstoffe kann eine große Staubbelastung entstehen, die die Funktion der Atemorgane beeinträchtigt. Deshalb sollten alte Dämmstoffe generell mit Mundschutz entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Um Haut- und Augenreizungen zu verhindern, ist der Einsatz von Overalls, Schutzbrillen und Handschuhen empfehlenswert. Entfernen Sie alle Möbel und Gegenstände aus dem Raum und dichten Sie das Dachgeschoss für den Rückbau sorgfältig ab, um zu vermeiden, dass Fasern der alten Dämmung in die angrenzenden Wohnräume eindringen.


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2. Wohngesunde Dämmmaterialien verbauen

Beim wohngesunden Dachausbau sollten Sie bei der Auswahl des neuen Dämmstoffs nicht nur auf den Dämmwert achten, sondern auch auf dessen Emissionsverhalten. Wählen Sie die richtige Dämmstoffdicke, um sich im Winter vor Kälte und im Sommer vor zu viel Hitze zu schützen. Darüber hinaus sollten die Beplankung, die Dampfbremse und der verwendete Innenputz emissionsarm sein. Selbstverständlich muss das verwendete Material auch den Anforderungen der EnEV entsprechen.
 

3. Flächenheizungen für ein gesundes Raumklima

Dachgeschosse heizen sich im Sommer stark auf und kühlen im Winter schnell aus. Deshalb sollte ein passendes System zur Klimaregulierung gewählt werden. Durch konventionelle Heizungen trocknet die Luft im Raum in den Wintermonaten jedoch schnell aus. Denn klassische Heizkörper erwärmen die Raumluft, die daraufhin als warme Luft zur Decke und schließlich als kalte wieder zurück auf den Boden strömt. Dadurch wird Staub aufgewirbelt, der besonders für Allergiker zur Qual werden kann. Außerdem trockenen klassische Heizkörper die Luft im Raum stark aus.

Wer unter dem Dach gesund heizen und ein angenehmes Raumklima schaffen möchte, sollte deshalb zu einer Flächenheizung greifen, etwa einer Fußbodenheizung oder einer Klimadecke. Denn Flächenheizungen erwärmen die Gegenstände und Körper im Raum von innen heraus. Da sie die Luft im Zimmer nicht erwärmen, bleibt die relative Luftfeuchtigkeit konstant. Durch den geringen Temperaturunterschied im Raum geben wir bei einer Flächenheizung außerdem weniger Körperwärme an unsere Umgebung ab. In Folge müssen wir weniger heizen. Wer zur Klimadecke greift und für eine geeignete Kühlquelle wie eine Wärmepumpe sorgt, profitiert außerdem von einem kühlenden Effekt in den hitzegeplagten Sommermonaten.
 

4. Schadstofffreie Wände

Frisch verarbeitete Putze und Farben bestimmen maßgeblich die Luftqualität im Raum. Um eine gute Streichbarkeit zu gewährleisten werden den meisten Farben Zusätze wie Binde- oder Lösungsmittel beigemischt. Darin sind jedoch häufig flüchtige organische Verbindungen (VOC) enthalten, die Emissionen an die Raumluft abgeben. Da Hinweise wie "lösemittelfrei“ keine Garantie für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit liefern, sollten Sie beim Kauf von Farben und Putzen unbedingt auf ein verlässliches Gütesiegel achten.
 

5. Estrich: Gesunder Bodenaufbau

Estrich gleicht Unebenheiten des Fußbodens aus und schafft einen glatten Untergrund, auf dem der eigentliche Bodenbelag verlegt wird. Zeitgleich dient er der Reduzierung von Schall durch die Decke. Für eine bessere Verarbeitung werden allerdings vielen Estrich-Arten Chemikalien beigesetzt, beispielsweise Fließmittel, Verzögerer oder Dichtmittel. Da Estrich vergleichsweise langsam trocknet, werden ihm häufig Zusatzmittel beigemischt, die eine frühere Belegreife herbeiführen sollen. Viele dieser Estrichzusätze dünsten gesundheitsschädigende Schadstoffe aus. Besondere Vorsicht ist bei Sichtestrichböden geboten. Denn die diversen Beschichtungen und Versiegelungsmittel, beispielsweise aus Kunstharz, gasen oft gesundheitsschädigende Stoffe aus. Wer einen neuen Estrich verlegt, sollte deshalb unbedingt zu wohngesunden Produkten ohne gefährliche Zusatzsubstanzen greifen.
 

6. Der richtige Fußbodenbelag

Intensiv riechende Kleber, Vinylboden mit gefährlichen Weichmachern, stark behandelte Parkettoberflächen: Viele Bodenbeläge dünsten Schadstoffe aus und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Vorsicht ist auch bei den Verarbeitungsmaterialien wie Klebern für Fliesen und Parkett geboten.
 

 

 

 



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