So schützen Sie sich in Ihrem Zuhause vor krankmachendem Lärm

In unserem täglichen Leben sind wir ständig Lärm ausgesetzt. Dieser hohe alltägliche Geräuschpegel kostet uns eine Menge Nerven und schadet der Gesundheit. Doch das muss so nicht sein! Wir zeigen Ihnen, was Sie für mehr Ruhe in ihrem Zuhause tun können.

Ob Straßen- oder Bahnverkehr, Fluglärm, die Baustelle vor der Haustür oder der Nachbar, der laut Musik hört: Unsere Ohren sind immer auf Empfang und tagtäglich umgeben uns Geräusche und belasten uns mit Lärm.

Permanente akustische Überreizungen können allerdings nicht nur nerven, sie können auch gravierende Folgen haben. Konzentrationsschwäche, Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen, Schlafstörungen oder Lernbehinderungen bei Kindern können zu den Problemen gehören, die ein ständiger Geräuschpegel in der Wohnung hervorrufen kann. Mit den richtigen Maßnahmen kann man sich jedoch vor dem schlimmsten Krach schützen.          

Der Lärmschutz in den eigenen Wänden ist hierzulande ein wichtiges Thema. Denn mehr als jeder dritte Deutsche wünscht sich laut einer Forsa-Umfrage zu Hause mehr Ruhe. Jeder Mensch hat in Sachen Lärm und Krach eine andere Toleranzgrenze. Lautstärke misst man zunächst einmal in Dezibel (dB). 0 dB wird als Stille empfunden. Eine normale Unterhaltung findet bei rund 55 dB statt, mittelstarker Verkehrslärm bei 75 dB. Die Schmerzgrenze liegt bei 130 dB. Ab einem Dauerschallpegel von 60 dB treten aber schon Stressreaktionen im Schlaf auf, ab 80 dB kann die Gesundheit leiden. Normale Wohnraumgeräusche sollten bei 45 dB liegen. Wie schafft man nun geeigneten Lärmschutz, damit es auch bei 45 dB bleibt?

Lärmschutz in den eigenen vier Wänden: Die schlimmsten Krachmacher ausschalten

Der Schallschutz beschäftigt sich mit unterschiedlichen Ansatzpunkten und umfasst eine Reihe von Maßnahmen. Die Geräusche einer Baustelle, das Trampeln der Nachbarn auf der eigenen Decke oder der Lärm des Straßenverkehrs gelangen von außen in das Haus. Daher ist schon bei der Planung des Gebäudegrundrisses der Faktor Lärm von Bedeutung. Der Abstand zwischen Wohnbereichen und Lärmquellen, die Beachtung der Gebäudestellung und die Nutzung der Gebäudeabschirmung sind für einen guten Lärmschutz grundlegend. 

Schall verbreitet sich nicht nur durch die Luft, sondern auch durch Bauteile und Wandaufbauten. Als Nächstes ist also die Beschaffenheit der Wände und der Decke von entscheidender Bedeutung. Massive, schwere Wände schlucken Schall am besten. In vielen Fällen beheben zweischalige Wände einen Großteil der auftretenden Probleme. Jede zusätzliche Schicht Schalldämmung vermindert eindringende Klänge deutlich. Eine gute Trittschalldämmung schützt die Bewohner des unteren Stockwerks vor zu viel Lärm, der über die Decke übertragen wird.

Die größten Lärmschutz-Schwachstellen von Gebäuden: Fenster und Türen

Vor allem Fenster stellen eine große Schwachstelle in Sachen Lärmschutz dar. Die Differenz zwischen Innen- und Außenlärmpegel in den eigenen vier Wänden lässt sich gut anhand der Fensterqualität festmachen. Die Schalldämmung von Fenstern in Deutschland wird dabei nach normierten Schallschutzklassen differenziert. Je höher dabei der Schalldämmwert des Fensters, desto höher ist die Schallschutzklasse. Damit der lästige Lärm auch zuverlässig und wirkungsvoll ausgesperrt bleibt, müssen die richtige Rahmenkonstruktion und Dichtungen eingesetzt werden. Die Fenster müssen fachgerecht eingebaut sein und dicht schließen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Rollo schalldämmende Eigenschaften mitbringt.

Ein äußerst lärmdurchlässiges Bauteil sind Türen. Massive Türen schlucken Schall generell besser. Modelle der Schallschutzklasse 1 können den Lärm doppelt so gut reduzieren wie eine normale Wohnungstür. Doch das gilt nur, wenn die Abstände zwischen Türzarge und der Wand vollständig verfüllt sind und die Bodendichtung richtig eingestellt ist.

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Thema: Gesundes Bauen und Modernisieren – Warum gesunde Raumluft nicht selbstverständlich ist

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Mit diesen Maßnahmen kehrt Ruhe in der Wohnung ein

Beim Bau oder der Renovierung sollte man immer auf den richtigen Aufbau der Materialien achten. Ideal ist die Kombination von Baustoffen mit unterschiedlichen Dichten. Besonders wirkungsvoll sind Beton, Vollziegel oder Kalksandstein. Den Rest erledigt dann die Schalldämmung. Als Dämmstoff eignen sich Zellulose- und Holzfaserdämmplatten besonders gut.

Generell gilt: Je höher die Dichte eines Werkstoffs, desto höher der Schallschutzwert.

Was tun gegen Schallbrücken?

Im Innenbereich gelten sogenannte Schallbrücken als besonders problematisch. Das bedeutet, dass die Funktion einer dämmenden Zwischenschicht durch eine starre Verbindung gestört wird. Dadurch kann der Schall die Dämmungmaßnahme überbrücken. Häufig entstehen Schallbrücken durch falsch verlegte Fliesen, harte Sockelleisten oder falsch montiere Türzargen.

Auch Wasserleitungen und Heizungsrohre müssen von den übrigen Bauteilen des Hauses entkoppelt sein. Denn bereits kleinste Kontakte zwischen Rohr und Mauerwerk reichen, um das Fließgeräusch zu übertragen und im Haus zu verteilen. Die Rohre sollte man daher ummanteln.

Lärmschutz durch eine Trittschalldämmung

In diesem Zusammenhang ist auch das Thema Trittschalldämmung wichtiger geworden, seit sich schwimmend verlegte Böden wie Laminat und Fertigparkett als Bodenbeläge etabliert haben. Denn diese nicht verklebten Bodenbeläge federn bei jedem Schritt ganz leicht mit. So verstärken sie den Trittschall durch die Übertragung auf den darunterliegenden Estrich. Eine geeignete dämmende Unterlage ist für einen wirkungsvollen Schallschutz Pflicht.

Privates Schalldämmen mit wenig Aufwand und ohne Bauarbeiten

Es gibt aber auch eine Menge Möglichkeiten, ohne großen Aufwand und Bauarbeiten zum Lärmschutz in der Wohnung beizutragen. So lassen sich große Möbel zum Beispiel hervorragend als Lärmbarriere einsetzen. Platzieren Sie schwere Kleiderschränke stets an Außenwände, um für mehr Ruhe im Schlafzimmer zu sorgen. Vermeiden Sie auch hier Schallbrücken und verschrauben Sie Schränke nicht an der Wand. Außerdem sollten Sie einige Zentimeter Abstand zur Wand lassen, um den Luftzug an der Wand zu vermeiden und die Gefahr von Schimmelbildung zu reduzieren.

Generell gilt: Freie Wände und karge Schrankflächen reflektieren einfallenden Schall. Dadurch wirkt dieser häufig deutlich lauter, als er tatsächlich ist. Regale mit mehreren Fächern und kleinteilige Möbelstücke schlucken die Töne dagegen regelrecht. Dementsprechend erscheint der Raum zu jedem Zeitpunkt wesentlich leiser.

Schließlich schützen vor allem Textilien effektiv vor Schall. Teppichböden schlucken Lärm besser als Parkett. Hochflorige Teppiche und Gardinen sorgen für geruhsame Stille. In einem Raum ist es deutlich leiser, wenn sich darin Kissen, Wandvorhänge und gepolsterte Möbelstücke befinden.

So schützen Sie sich in Ihrem Zuhause vor Lärm

  • Beachten von Lärmquellen in der Umgebung bei der Grundrissplanung
  • Einbau von massiven Wänden
  • Einbau einer zusätzlichen Schicht Schallschutz
  • Einbau von schalldämmenden Fenstern und Türen
  • Vermeidung von Schallbrücken beim Bau oder der Sanierung
  • Einbau einer Trittschalldämmung
  • Einsatz von großen Möbeln als Lärmbarriere
  • Einsatz von kleinen Möbeln als Lärmschlucker

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