Fenster einstellen vermeidet Schäden

Es zieht durch das geschlossene Fenster? Sofern es sich nicht um ein in die Jahre gekommenes Modell handelt, sollten dringend Anpressdruck und Sitz des Fensters überprüft werden. Ein Experte erklärt, was dabei zu tun ist und wie Fenster ideal in Schuss bleiben. 

„Moderne Fenstermodelle verfügen über verschiedene Einstellmöglichkeiten, die allesamt regelmäßig gepflegt werden sollten“, sagt Josef Umkehrer, Experte für Bauelemente bei BayWa Baustoffe. Wird die routinemäßige Wartung vernachlässigt, drohen Fenster undicht zu werden oder lassen sich nur noch schwer handhaben. Und es gibt Fälle, da ist außerordentlicher Einsatz erforderlich: z. B. das Schleifen von Fensterflügeln am Fensterrahmen, wenn sich das Fenster nur noch mit erhöhtem Krafteinsatz oder unter Anheben bzw. Herunterdrücken öffnen oder schließen lässt; aber eben auch, wenn das Fenster im geschlossenen Zustand nicht mehr dicht schließt. Wird hier nichts unternommen, können Fenster und/oder Fensterrahmen unwiederbringlichen Schaden nehmen.
 

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Beschläge regelmäßig nachziehen

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Damit es erst gar nicht so weit kommt, genügt bereits ein kleiner Aufwand“, erklärt Umkehrer. Dazu gehört das regelmäßige Justieren des Fensters. Das wird am eingebauten Fenster vorgenommen; am besten einmal jährlich. Benötigt wird dafür Werkzeug – welche Schrauben- und Inbusschlüssel genau, ist der jeweiligen Herstelleranleitung zu entnehmen ebenso wie die Angabe der Stellen, an denen Einstellungen möglich sind. „Bevor es aber an das Justieren geht, unbedingt erst den Sitz des Fensters prüfen. Dann die Beschläge reinigen und mit speziellem Beschlagspray ölen sowie auf Schäden untersuchen“, rät Umkehrer. 

In der Regel verfügen moderne Fenster über vier Einstellungsarten. Sitzt ein Fenster beispielsweise nicht gerade im Rahmen, hilft eine Höheneinstellung. Klemmt ein Fensterflügel seitlich, lässt sich das durch Einstellen der Eck- und Scherenlager beheben. Hängt ein Fenster-flügel schief, kann das Justieren der diagonalen Scheren-lager die Lösung sein. Wenn sich ein Fenster nur unter erhöhtem Krafteinsatz schließen bzw. öffnen lässt oder es trotz geradem Sitz nicht dicht schließt, schafft eine Anpassung des Anpressdrucks Abhilfe. Das Einstellen variiert abhängig von Fenstermodell und Hersteller – deshalb die Herstelleranleitung für den jeweiligen Fenstertyp zu Rate ziehen.

„Bei allen Einstellungsmaßnahmen an Fenstern ist immer zu beachten: Das Justieren an einer Stelle kann wiederum die Funktion an anderer Stelle beeinträchtigen“, gibt der Experte zu bedenken. Daher nach einem vorgenommenen Einstellvorgang immer die Fensterfunktion prüfen. Grundsätzlich gilt: Alle Einstellmöglichkeiten solange aufeinander abstimmen, bis das Fenster wieder dicht schließt und sich geschmeidig öffnen bzw. schließen lässt. Wer unsicher ist, wie eine Funktionsstörung fachgerecht behoben wird, oder einen groben Mangel vermutet, sollte sich an einen Fachbetrieb wenden.